Donnerstag, 15. Dezember 2011

Wulff, die große Fehlbesetzung!

Christian Wulff scheint sich gerne mit wohlhabenden und prominenten Freunden zu schmücken. Journalisten sprachen von „Erbfreundschaften“ und meinten damit einen speziellen Personenkreis, der sich in den 90er Jahren um den damaligen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder etablierte und den sein Nachnachfolger Wulff nahezu personenidentisch übernahm. Vetternwirtschaft hat in Hannover Tradition.

Zu den Freunden, die Wulff von Schröder übernahm gehörte zum Beispiel der undurchsichtige Finanzjoungleur und AWD-Gründer Carsten Marschmeyer. Ein Mann, der 1998 mit Gerhard Schröder auf die richtige Karte gesetzt und Schröder mit ganzseitigen Zeitungsanzeigen („Ein Niedersache muss Kanzler werden …“) unterstützt hatte. Schröders Gegenleistung waren spezielle gesetzliche Erleichterungen für Finanzdienstleister bei Einführung der sogenannten „Riester-Rente“. Christian Wulff vergaß Marschmeyers Engagement für seinen damaligen Kontrahenten Schröder offenbar schnell und freundete sich eng mit Marschmeyer an, dem er seine neue Frau Veronica Ferres „vermittelte“. Wulff wurde 2010 schon nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten eingeladen, seinen Urlaub in Marschmeyers Luxusvilla auf Mallorca zu verbringen. Als die Geschichte bekannt wurde, beeilte sich das Bundespräsidialamt mitzuteilen, dass der Bundespräsident, für den Urlaub natürlich bezahlt hatte.

Ein anderer „Erbfreund“ von Wulff ist der ehemalige Air-Berlin-Chef Joachim Hunold. Der spendierte 2009 dem damaligen Niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff gerne die Mehrkosten eines Erster-Klasse-Fluges in die USA. Anschließend traf Herr Wulff gleich wieder einen guten Freund, nämlich den Osnabrücker Unternehmer Egon Geerkens, der praktischerweise ein Feriendomizil in Florida besitzt in dem Christian Wulff anschließend seinen Weihnachtsurlaub verbrachte.

Da passt es gut ins Bild, als vor einigen Tagen bekannt wurde, dass Wulff ein Darlehen über eine halbe Million Euro in Anspruch nahm, das ihm die Ehefrau von Herrn Geerkens zum privaten Hauskauf spendierte. Ob der Darlehensvertrag, der einen niedrigeren Zins von 4 % p.a. vorsieht (marktüblich wären wohl 5 oder 6 % gewesen), tatsächlich erfüllt wurde? Noch in seinem Amt als Ministerpräsident präsentierte Wulff dem Landtag damals jedenfalls nicht die ganze Wahrheit als er mitteilen ließ, keine geschäftlichen Beziehungen zu Herrn Geerkens zu unterhalten.

Welche anderen Amtsprivilegien nahm Herr Wulff noch für sich in Anspruch? Was versprachen sich die spendablen Gönner von ihren Geschenken? Welche „Gegenleistungen“ erbrachte Wulff?

Wulffs Politgebaren schadet dem Amt des Bundespräsidenten. Wulff ist eine komplette Fehlbesetzung. Ein Mann, der ohne Charakter, ohne Überzeugungen und ohne Integrität jedermanns Darling sein will. Der stets auf der Spitze der jeweiligen Zeitgeistwelle reitet und dem die Schuhe eines Bundespräsidenten drei Nummern zu groß sind. Die Menschen sehnen sich nach echten Volksvertretern, die Politik nicht zur eigenen Nutzenmaximierung betreiben und sich nicht scheuen unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Sie wollen Volksvertreter, die sich unbestechlich und integer für die Interessen der eigenen Nation einsetzen ohne sich zum Erfüllungsgehilfen für Medieninteressen, Lobbyisten oder linke Zeitgeistströmungen zu machen.

Deshalb lieber Herr Wulff, raten wir Ihnen:

Treten Sie zurück! Wir haben Sie nicht gewählt. Wir wollen keine Vetternwirtschaft im Bundespräsidialamt. Sie sind für dieses Amt ungeeignet. Sie sind nicht unser Bundespräsident!