Ein langjähriges CSU-Mitglied kommentiert den Auftritt des ehemaligen CSU-Vorsitzenden Theo Waigel in einer Talkshow-Runde und schrieb uns folgendes:
"In der Euro-Diskussion fallen die Sichtweisen auseinander. Theo Waigel fühlt sich offenbar zum Verteidiger des Euro besonders berufen. Er lebt noch in jener Welt, die er 1998 bei seinem Amtsverlust verlassen hatte. Das wurde gestern im Fernsehen deutlich. Seine Vorstellung, man könne heute noch mit einer Art Geheimdiplomatie agieren wie in den europäischen Währungskrisen der frühen 90er Jahre, ist vollkommen überholt. Mittlerweile kann man fast jede Information nahezu in Echtzeit im Internet abrufen. Wie sonst konnte „Börsenexperte“ Dirk Müller die Inhalte einer Rede des Weltbankpräsidenten Zoellick in Sydney in Erfahrung bringen? Dort hatte Robert Zoellick bestätigt, dass die Einführung des Euro der Preis des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Mitterand für seine Zustimmung zur Wiedervereinigung war. Waigel hatte dies stets als Legende zurückgewiesen. Mich schmerzt die Unehrlichkeit, mit der Theo Waigel heute auftritt und mit realitätsfernen Durchhalteparolen einen Euro-Währungsverbund verteidigt, obwohl 90 % unserer Mitglieder genau wissen, dass diese Gemeinschaftswährung nicht funktioniert und für Deutschland absolut nachteilig ist."
PS: Anmerkung der Redaktion: Anlässlich der Euro-Bargeld-Einführung schrieb Theo Waigel im Dezember 2001:
Er hätte sich lieber an seinen Vorgänger Franz Josef Strauß orientieren sollen, der eine europäische Gemeinschaftswährung stets ablehnte und 1988 kurz vor seinem Tode an Helmut Kohl deshalb folgendes schrieb:
"Wem könnte der Marsch in eine Weichwährungsunion, eine Harmonisierung in Richtung höherer Inflationsraten, eine kurzatmige Wirtschafts- und Haushaltspolitik nützen?"

